Gott verlässt seinen Thron .....

Quelle: Norbert Kasper

..... und wird Mensch. So könnte man dieses Fenster in der Autobahnkirche kurz beschreiben, wenn man es im Zusammenhang mit der Krippe sieht, die nebendran abgebildet ist. Und so ist es in der Sichtweise von Emil Wachter konsequent gedacht. Gott verzichtet auf alle die Machtmittel, die in seinen Händen sind, und wird ein kleines, wehrloses Kind. Es ist ein Teil der Botschaft von Weihnachten, die aus diesem Geschehen, das die Evangelisten Lukas und Matthäus auf unterschiedliche Weise beschreiben, etwas so Einzigartiges und Anrührendes machen. Diese Botschaft hinter der Botschaft geht auch so tief, dass sie auch uns modernen Menschen erreicht.
Wenn wir in der Menschwerdung Gottes den Verzicht auf die himmlische Herrschaft mitbedenken, dann tauchen wichtige Fragen auf, die unser Verhältnis zu Gott neu bestimmen. Gott ist Mensch geworden und lässt die göttliche Herrschaft hinter sich, er verzichtet auf Allmächtigkeit. Wenn Gott Mensch wird, dann braucht er diesen Thron nicht mehr. Seit Weihnachten ist Gottes Thron leer und unbesetzt! Können wir uns Gott ohne einen Thron, ohne ein sichtbares Zeichen der Herrschaft vorstellen? Das ist schwierig, Nicht umsonst, wird dieser Thron, so sieht man es in vielen Bildern, spätestens nach Himmelfahrt wieder neu besetzt. Und wenn »nur« Jesus als ein Teil der göttlichen Trinität Mensch geworden ist, dann ist er Thron Gottes ja nicht wirklich unbesetzt - Gott sei Dank!
Müssen wir diesen »Kunstgriff« anwenden? Können wir uns Gott doch auch vorstellen, ohne dass wir gleich den Thron und eine allmächtige Herrschaft mitdenken müssen?
Ich meine Ja, denn auch diese andere Sichtweise hat viel Verlockendes. Wenn Gott den Thron verlassen hat und wirklich Mensch geworden ist, dann finden wir das Göttliche im Leben selbst. Gott ist kein absolutistischer Herrscher, sondern ein ganz normaler Mensch. In jedem Menschen begegnet mir Gott, in mir kann ich selbst Gott erfahren, In allem Lebendigen findet sich die Herrschaft Gottes. Wenn der Thron Gottes leer ist, dann muss ich mich den Mitmenschen und dem Leben, vor allem aber mir zuwenden, um Gott zu finden!

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Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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