Engel der Verkündigung

Wie oft wurde diese Szene der Verkündigung nicht schon dargestellt. Ob flämische Maler oder abstrakte Darstellungen, ob auf Bildern oder so wie hier als Relief, es wird versucht, etwas zu zeigen, was nicht zu beschreiben ist: eine Begegnung mit Gott.
Zur Zeit, als Lukas sein Evangelium schrieb, war eine direkte Gottesbegegnung nicht vorstellbar, ohne dass man diese mit dem Leben hätte bezahlen müssen. Doch haben Menschen immer wieder diese Erfahrung mit Gott gemacht - und überlebt. Das war nur deshalb möglich, weil man sich vorgestellt hat, dass Gott den Menschen nicht von Angesicht zu Angesicht gegenübertrat, sondern dass die Botschaft Gottes von Engeln übermittelt wurde. Engel sind die Zwischenwesen, die für die Kommunikation zwischen Gott und den Menschen verantwortlich sind.
In dieser Darstellung der Verkündigung an Maria von Emil Wachter, dass sie von Heiliger Geistkraft empfangen und einen Sohn gebären würde, ist der Engel - er bekommt sogar einen Namen: Gabriel, das heißt: »Gott ist groß« - so überwältigend gestaltet, dass man sich ihm nicht entziehen kann. Heilige Geistkraft kommt über Maria als ein machtvolles Ereignis. Was bleibt ihr dann auch anderes übrig als zu sagen: »Mir geschehe nach deinem Wort.«?
Wir sind weit davon entfernt, unsere Erfahrungen mit denen gleichzusetzen, die im Evangelium geschildert werden. Wir tun uns schwer, so etwas nachzuvollziehen.
Aber sind diese Geschichten, wie sie Lukas erzählt, auch nicht nur ein Versuch, die Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben, in Worte zu fassen. Wurden und werden nicht auch wir von Gott besucht und bekommen etwas gesagt, das unser Leben verändert. Nicht? Dann wäre es an der Zeit, unsere Erfahrungen genauer anzuschauen und nach den Spuren Gottes in unserem Leben zu suchen. Möglicherweise hat auch mich dieser Engel besucht, so dass auch mir nur eine Antwort übrig blieb: »Mir geschehe nach deinem Wort!«
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Weltherrschaft

Macht zu haben gehört zu den größten Versuchungen, denen wir Menschen ausgesetzt sind. Auch Jesus war davor nicht gefeit. Die dritte Versuchung in der Zeit seines Wüstenaufenthalts zeugt davon: »8 Zuletzt führte der Teufel Jesus auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt in ihrer Größe und Pracht 9 und sagte: ›Dies alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.‹ 10 Da sagte Jesus: ›Weg mit dir, Satan! In den Heiligen Schriften heißt es: 'Vor dem Herrn, deinem Gott, wirf dich nieder, ihn sollst du anbeten und niemand sonst.'‹« (Matthäus 4,8-10, Übersetzung Gute Nachricht) Jesus wehrt sich durch einen Rückgriff auf seine religiöse Tradition gegen das Ansinnen des Satans und widersteht dieser Versuchung. Er überlasst es Gott allein, allmächtig zu sein und wehrt sich gegen jeden eigenen Machtanspruch.
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