Hilfe gegen Gewalt

Hilflos sehen wir in Nachrichten, wie immer wieder kriegerische Gewalt das Leben von Menschen zerstört. Gegen militärische Macht ist kein Kraut gewachsen, diplomatische Bemühungen fruchten wenn überhaupt erst dann, wenn viel zu viel zerstört worden ist. Die späte Einscht: Es ist nicht die Gewalt, die als letztes Mittel zur Lösung von Konflikten herangezogen wird, sondern das Gespräch. Vorher werden die militärischen Optionen ausgereizt.
Wie kann man der allgegenwärtigen Gewalt in unserer Welt begegnen? Es ist fast schon lächerlich, was Emil Wachter hier darstellt. Ein ausgestreckter Zeigefinger stellt sich gegen Gewehre, die im Anschlag gehalten werden. Als ob Worte und Gesten etwas gegen Gewehre ausrichten können!
Vielleicht ist es ein Traum, aber es gibt diese Sehnsucht, dass Gewalt nicht das Ende ist, sondern dass Worte und Zeichen Gewalt unmöglich machen. Der Blick in das aktuelle Weltgeschehen mag ernüchtern, aber die Sehnsucht bleibt. Die Heilige Schrift ist voll von diesen Bildern, in allen Religionen wird sie
immer wieder beschworen: Ein umfassender Friede, in dem Gewalt unmöglich wird. Es ist diese Sehnsucht, die Glauben ausmacht und die durch das Erleben in der Realität nicht gemindert wird. Es ist wichtig, dass diese Sehnsucht am Leben gehalten wird, auch wenn sie in der aktuellen Situation mal wieder zerstört wird. Nur wenn die Sehnsucht lebendig bleibt, dann kann sie auch einmal Wirklichkeit werden! Nur wenn wir immer wieder von ihr erzählen, bleibt sie lebendig!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der neue Mensch

Am Johannes-Turm der Autobahnkirche wiederholt sich ein Motiv, das wir vom Noah-Turm schon kennen: Eva und Adam stehen unschuldig im Paradies, allerdings auch wieder unter einem Baum. Es ist die Illusion vom neuen Menschen, vom Neuanfang, die Emil Wachter hier beschwört. Doch die beiden Darstellungen unterscheiden sich kaum. Ob dieser Neuanfang möglich ist, bleibt abzuwarten, ganz realistisch ist er nicht, dazu ähneln sich die beiden Szenen zu sehr. Ist es möglich, dass der paradiesische Mensch entstehen kann, zurück in die Unschuld des Anfangs? Ist dieses Ideal nicht ein Selbstbetrug? Neuanfänge sind nötig, wir brauchen eine Korrektur dessen, was wir bisher getan haben. Korrektur heißt aber, dass man nicht bei Null anfängt, sondern all das, was bisher war, integriert wird. Der neue Mensch, wenn man überhaupt davon reden kann, trägt die Spuren des alten in und an sich. Der alte Mensch verschwindet nicht, er bildet das Material, für den neuen, Wir werden uns selbst nicht los. Wenn es dann im neuen Paradies auch noch Bäume gibt, dann bleibt ebenso die Versuchung bestehen, die werden wir nicht los. Im Gegenteil, es besteht so die Gefahr, dass alles von vorne anfängt, ein ewiger Kreislauf von Neuschöpfung und Schuldig-werden. Dann bleibt letzten Endes alles beim Alten, Fortschritt findet nicht wirklich statt. 
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