Baum und Axt

Ein kleines Bäumchen und eine scharfe Axt. Es besteht kein Zweifel, um was es geht und wer als Sieger den Platz verlässt. Beides zusammen aber, der lebendige Baum und die Axt, sprechen von etwas, was noch nicht eingetreten ist. In der Verkündigung Jesu ist das Gleichnis von der Axt, die an den Baum gelegt wird, ein Bild für das bevorstehende Gericht. So verstanden werden wir mit diesem Bild in die Entscheidung gerufen.
Wie hältst Du es für Dich? Könntest Du mit deinem Leben, mit dem, was du tust und wie du bist, vor einem Gericht bestehen? Würde dich das Urteil der vollständigen Vernichtung treffen? Diese Fragen stellt uns Jesus, wenn er dieses Bild verwendet. »Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.« (Mt3,10)
Eine Reaktion wäre es nun, aus Angst vor einer großen Strafe, ein bestimmtes Handeln zu erzwingen. Wenn du nicht tust, was von dir erwartet wird, dann hast du keine Chance. In autoritären Modellen wird in der Regel so verfahren. Doch es geht auch anders. Das Bild vom Baum, der vielleicht gefällt werden wird, bleibt, keine Frage.
Aber jetzt bin ich in die Entscheidung gestellt. Es geht nicht um die Strafe, die mir droht, sondern ich werde aufgefordert, klar zu entscheiden, was ich will. In einer klaren und eindeutigen Sprache fordert Jesus uns auf, Position zu beziehen und das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Nicht warten bis jemand sagt, was ich tun soll, sondern aus eigenem Antrieb heraus das finden und tun, was jetzt wichtig ist. Jesus entlässt uns nicht aus der Verantwortung, entscheiden zu müssen. Wir können uns nicht auf Befehl und Gehorsam berufen, wir sind gefragt.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der neue Mensch

Am Johannes-Turm der Autobahnkirche wiederholt sich ein Motiv, das wir vom Noah-Turm schon kennen: Eva und Adam stehen unschuldig im Paradies, allerdings auch wieder unter einem Baum. Es ist die Illusion vom neuen Menschen, vom Neuanfang, die Emil Wachter hier beschwört. Doch die beiden Darstellungen unterscheiden sich kaum. Ob dieser Neuanfang möglich ist, bleibt abzuwarten, ganz realistisch ist er nicht, dazu ähneln sich die beiden Szenen zu sehr. Ist es möglich, dass der paradiesische Mensch entstehen kann, zurück in die Unschuld des Anfangs? Ist dieses Ideal nicht ein Selbstbetrug? Neuanfänge sind nötig, wir brauchen eine Korrektur dessen, was wir bisher getan haben. Korrektur heißt aber, dass man nicht bei Null anfängt, sondern all das, was bisher war, integriert wird. Der neue Mensch, wenn man überhaupt davon reden kann, trägt die Spuren des alten in und an sich. Der alte Mensch verschwindet nicht, er bildet das Material, für den neuen, Wir werden uns selbst nicht los. Wenn es dann im neuen Paradies auch noch Bäume gibt, dann bleibt ebenso die Versuchung bestehen, die werden wir nicht los. Im Gegenteil, es besteht so die Gefahr, dass alles von vorne anfängt, ein ewiger Kreislauf von Neuschöpfung und Schuldig-werden. Dann bleibt letzten Endes alles beim Alten, Fortschritt findet nicht wirklich statt. 
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 20.10.2026
Kontemplation
Di. 27.10.2026
Kontemplation
Di. 03.11.2026
Kontemplation
Di. 10.11.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.