Die rettende Arche

Die Arche ist ein Motiv, das besonders Kinder anspricht. Es rührt Erwachsene an einer Seite an, an der wir ganz schnell mit dem Gefühl angesprochen werden. Die Botschaft der biblischen Geschichte ist eindeutig. Gott rettet den gerechten Noah mit seiner Familie und jeweils ein Paar von allen Tieren vor der Flut. Und Gott verspricht auch, dass es nie mehr eine Katastrophe solch vernichtenden Ausmaßes geben wird. Sinnbild für dieses Versprechen ist der Regenbogen. So weit so gut. Das Bild der Rettung prägt sich ein, ebenso die Chance auf einen Neuanfang.
Das Bild der Arche ist heute ein Bild für die Rettung der Erde und des Lebens. Schutzräume, in denen Pflanzen und Tiere erhalten werden, finden oft den Namen »Arche«. Dort, wo sie unbeschadet überlebt haben, spricht man von einer »Arche Noah«. In der Darstellung von Emil Wachter am Noah-Turm der Autobahnkirche sehen wir ein hölzernes Schiff mit geblähten Segeln. Aus den Fenstern des Schiffsrumpfes schauen die Tiere heraus, in denen des Oberdecks sieht man Menschengesichter. Die Enge der Arche kommt zum Ausdruck. Die Arche als Motiv wird erst verständlich, wenn man auch den Hintergrund der Geschichte betrachtet: Die große Flut, die Gott zur Strafe für die Schlechtigkeit der Menschen über die Erde schickt. Nur eine Familie, Noah, seine Frau und seine Söhne mit ihren Familien überleben, werden von Gott gerettet. Und nur ein Bruchteil der Tiere.
Wir wissen heute, dass man so das Leben nicht retten kann, und dass kollektive Strafen auch nichts bewirken. Wahrscheinlich bräuchten wir heute auch ein Sicherungskonzept, das eine Arche vorsieht. Aber das haben wir nicht. Dieses Mal muss die Rettung anders geschehen!
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Am Boden zerstört

Es ist die pure Verzweiflung, die am Fenster aus dem Passionszyklus in der Autobahnkirche dem  Betrachtenden entgegen schreit. Eine blutende, verkrümmte Person wendet sich in ihrer Not nach oben und schreit um Hilfe. Im Psalm 130 wird das sehr anschaulich geschildert: »1 (...)Aus der Tiefe meiner Not schreie ich zu dir. 2 HERR, höre mich doch! Sei nicht taub für meinen Hilferuf!« (Psalm 130, Übersetzung Gute Nachricht) Immer wieder haben Menschen in ausweglosen Situationen ihrer Verzweiflung Ausdruck gegeben, viele Hilferufe sind ungehört verhallt und haben keinen Niederschlag in der Geschichtsschreibung gefunden. Im besten Fall tauch ihr Leid in anonymen Opferzahlen aus, die das unermessliche Leid nichtannähernd widerspiegeln.
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