Angst ist ein schlechter Ratgeber

Viele Entscheidungen treffen wir aus der Angst heraus, dass wir etwas falsch machen. Bei dem Dichter Stefan Zweig findet sich sogar der Satz: »Wir entscheiden aus der Angst vor Schmerz.« Angst ist eine wichtige Triebfeder für unser Handeln, die oft unterschätzt wird. Manchmal gestehen wir sie uns auch nicht zu.
Der Prophet Elia hat auch Angst. So wird er von Emil Wachter am Elia-Turm dargestellt. Man erkennt sehr gut, was Angst aus dem Menschen macht: In sich gekrümmt, eingeschlossen in einem Raum, der keinen Platz zum Leben und Atmen lässt. Ein Mensch, der Angst hat, ist handlungsunfähig. Unsere Instinkte geben uns bei dem Gefühl der Angst auch einiges vor, was wir tun können. Die Möglichkeiten reichen von ungezieltem Umsichschlagen über planlosem Aktivismus bis zum Todstellreflex. Wir haben es nicht immer in der Hand, wie wir reagieren und sind selbst von uns überrascht, dass es zu solch einem Handeln kommen konnte.
Der Volksmund weiß aber auch, dass wir mit der Angst allein keine guten Entscheidungen treffen , geschweige denn gut Handeln können. Elia zeigt das ja auch. Er hat Angst vor dem, was auf ihn zukommt. Er hat sich eine Lage manövriert, aus der er sich nur schwer befreien kann. Er hat Angst vor dem, was kommt. Er zieht sich in sich selbst zurück, möchte mit all dem nichts mehr zu tun haben. Das Recht, in das er sich hineinzwängt ist wie ein Gefängnis, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Aber die Lösung liegt so nah:
Würde er sich nur ein Stückweit nach vorne zum Betrachter hin bewegen, dann würde sich der Raum nach oben hin öffnen, er hätte bereits mehr Raum und könnte anderes ausprobieren. Er muss das Gefängnis der Angst noch gar nicht verlassen, um neue HAndlungsmöglichkeiten zu entdecken. Manchmal liegt die Lösung und der Weg aus der Nagst direkt vor unseren Augen. Wir müssen sie nur sehen! Wenn man nur eine weitere Möglichkeit hat, dann bestimmt die Angst nicht mehr alles.
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Am Boden zerstört

Es ist die pure Verzweiflung, die am Fenster aus dem Passionszyklus in der Autobahnkirche dem  Betrachtenden entgegen schreit. Eine blutende, verkrümmte Person wendet sich in ihrer Not nach oben und schreit um Hilfe. Im Psalm 130 wird das sehr anschaulich geschildert: »1 (...)Aus der Tiefe meiner Not schreie ich zu dir. 2 HERR, höre mich doch! Sei nicht taub für meinen Hilferuf!« (Psalm 130, Übersetzung Gute Nachricht) Immer wieder haben Menschen in ausweglosen Situationen ihrer Verzweiflung Ausdruck gegeben, viele Hilferufe sind ungehört verhallt und haben keinen Niederschlag in der Geschichtsschreibung gefunden. Im besten Fall tauch ihr Leid in anonymen Opferzahlen aus, die das unermessliche Leid nichtannähernd widerspiegeln.
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