Löwengesicht

Schon sehr früh, als die Autoren der vier biblischen Evangelien namentlich festgelegt worden sind, war auch das Symbol für den Evangelisten Markus gefunden. Anscheinend steht er für die Ursprünglichkeit und die unbändige  Kraft, die dieses Evangelium ausstrahlt. An der Autobahnkirche hat Emil Wachter den »Löwen Markus« an den Sockel eines der vier Träger des Daches der Autobahnkirche angebracht. Die anderen drei werden selbstverständlich durch die Symbolgestalten der anderen drei Evangelisten gestützt. Der Löwe hat auch Flügel. Er ist somit auch der göttlichen Sphäre zugehörig
Das Löwengesicht strahlt Kraft und Stärke aus. Das soll auch das Evangelium. Der Löwe blickt nicht in die Kirche hinein, sondern in die Welt hinaus. Auch das spricht für die Zielrichtung des Evangeliums Es muss in die Welt hinaus getragen werden. Und das mit der ganzen Überzeugung, die der Löwe bedeutet. Wenn er brüllt, so kann ihm sich nicht entziehen, es geht durch Mark und Bein. So soll auch das Evangelium die Welt und vor allem die Menschen im tiefsten Grunde erschüttern, denn nur so kann es die Welt verändern.
Und noch etwas sagt uns der starke Löwe. Die Autobahnkirche und damit sinnbildlich die ganze Kirche wird von ihm und von den anderen Evangelisten getragen. Ohne das Evangelium könnte die Kirche nicht ihre Schutzfunktion ausüben. Die löwenähnliche Wächtergestalt beschützt und trägt die Kirche, das Evangelium schützt und trägt die Kirche - und hält sie somit am Leben.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Rasender Stillstand

An der Rückseite des Noah-Turmes sehen wir ein einzelnes Auto. Es sieht so aus, als sei es in voller Fahrt, aber auf dem Stein im Moment erstarrt, es steht still. Kaum ein anderes Symbol für unser Mobilitätszeitalter ist so sprechend wie das Automobil. Schon 1978, als Emil Wachter den Noah-Turm schuf, kritisierte er unser Verhältnis zum Auto. Es ist verantwortlich für die neue Sintflut. Nicht mehr das Wasser bedroht die Erde und alles Leben darauf, sondern der Verkehr und die moderne Technik, die durch die individuelle Mobilität ausgelöst wurde. Emil Wachter hat das schon 1978 erkannt, als nur ein Bruchteil der Fahrzeuge von heute auf den Straßen unterwegs waren. Sie überfluten die Erde. Längst ist die Automobilbranche zu einer weltweiten Schlüsseltechnologie geworden.
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