Engelsflügel

Wie können wir von einer anderen Wirklichkeit reden, zu der wir vielleicht einen Erfahrungszugang haben, für die uns aber die Worte fehlen? Die Menschen standen immer wieder vor dieser schier unlösbaren Aufgabe. Konkret gesprochen heißt das: »Wie können wir von Gott in menschlicher Sprache reden, wo uns jegliches Wissen fehlt?«
Auf diese Frage gibt es keine letztgültige Antwort, wie denn auch. Jeder Mensch muss wohl selbst entscheiden, ob eer eine finden will und wie sie aussehen kann. Dabei hilft der Blick in die Tradition der großen Religionen. Wenn vom Göttlichen die Rede ist, dann wird meist vom »Oben« gesprochen. Dieses kann vom Menschen ja nicht erreicht werden. Die einzigen Wesen, die diese Distanz scheinbar überbrücken können sind Vögel, sie kommen aber nicht in göttliche Sphären. Es braucht also Wesen, die den Graben zwischen der göttlichen Sphäre oben und der menschlichen oder weltlichen Sphäre unten überwinden können. Die geflügelten Wesen, die in der Nähe Gottes leben und immer wieder mit einem bestimmten Auftrag in die Welt geschickt werden, sind geboren: Die Engel. Symbol für die Engel sind die Flügel, weil sie damit den Graben überwinden.
Es war seit jeher der Traum des Menschen, diesen Graben zu überwinden. Dabei reicht es natürlich nicht aus, lediglich fliegen zu lernen. Wir können uns aber darin einüben, dass unser Geist Flügel bekommt, um
sich in die göttlichen Sphären zu erheben. Vielleicht können wir im Betrachten der Engelsflügel am Johannesturm unsere eigenen Flügel entdecken, die wir haben, mit denen wir in der Nähe Gottes leben. Solche symbolischen Darstellungen helfen, den Blick zu öffnen.
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Weltherrschaft

Macht zu haben gehört zu den größten Versuchungen, denen wir Menschen ausgesetzt sind. Auch Jesus war davor nicht gefeit. Die dritte Versuchung in der Zeit seines Wüstenaufenthalts zeugt davon: »8 Zuletzt führte der Teufel Jesus auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt in ihrer Größe und Pracht 9 und sagte: ›Dies alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.‹ 10 Da sagte Jesus: ›Weg mit dir, Satan! In den Heiligen Schriften heißt es: 'Vor dem Herrn, deinem Gott, wirf dich nieder, ihn sollst du anbeten und niemand sonst.'‹« (Matthäus 4,8-10, Übersetzung Gute Nachricht) Jesus wehrt sich durch einen Rückgriff auf seine religiöse Tradition gegen das Ansinnen des Satans und widersteht dieser Versuchung. Er überlasst es Gott allein, allmächtig zu sein und wehrt sich gegen jeden eigenen Machtanspruch.
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