Ich will es anders

Protest, so heißt es, ist das Vorrecht der Jugend. Veränderungen werden meist durch Menschen angeregt. Das ist eine Erfahrung, die sich durch die Menschheitsgeschichte durchzieht. Aber wird dieser jugendliche Elan ernstgenommen? Und nehmen sich junge Menschen dabei immer auch selbst ernst? Trauen sie dieser Kraft, die in ihnen steckt?
Der Prophet Jesaja wurde als junger Mensch zu einer Aufgabe berufen, die ihn zu überfordern drohte. Er machte sich aber auf und begann sein Leben lang, eine Botschaft zu verkünden, die ihm wie glühende Kohlen im Mund brannte. Es ist die Entschiedenheit, mit der er gegen die Missstände seiner Zeit angeht. Er prangert mutig das an, was in seinen Augen und in den Augen Gottes im alten Israel schief gelaufen ist. Immer wieder kritisiert er die Machthaber und Könige um ihn herum, er droht kommendes Unheil an. Aber er hat auch eine Hoffnung, die jenseits des Unglücks liegt, das sein Volk treffen wird. Er vertraut darauf, dass das Böse nicht siegen wird.
Jesaja ist ein gläubiger Mensch, einer der vertraut und der mit dem, wie es gerade läuft, nicht zufrieden ist. Er hofft darauf, dass Gott eingreift. Er weiß, dass jetzt nur noch Gott eingreifen kann. Er ist ein Träumer, weil er nur noch auf das Eingreifen Gottes hofft. Er hat Ideen davon, wie es anders sein kann. Er handelt und steht auf, er möchte seinen Teil zur Veränderung der Welt beitragen. Jesaja ist ein Prophet für junge Menschen, denn er zeigt, wie es gehen kann. Er bleibt nicht beim Protest stehen, sondern setzt sich ein für eine andere Welt. Menschen mit einer klaren Vorstellung von dem, was sein soll, werden gebraucht. Ohne sie geht
es der Welt und der Menschheit immer schlechter. Wir brauchen die Ideen der Jugend, denn ohne sie fehlen Maßstäbe in unserer Zeit. Vielleicht müssen wir dazu ermutigen.

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Rasender Stillstand

An der Rückseite des Noah-Turmes sehen wir ein einzelnes Auto. Es sieht so aus, als sei es in voller Fahrt, aber auf dem Stein im Moment erstarrt, es steht still. Kaum ein anderes Symbol für unser Mobilitätszeitalter ist so sprechend wie das Automobil. Schon 1978, als Emil Wachter den Noah-Turm schuf, kritisierte er unser Verhältnis zum Auto. Es ist verantwortlich für die neue Sintflut. Nicht mehr das Wasser bedroht die Erde und alles Leben darauf, sondern der Verkehr und die moderne Technik, die durch die individuelle Mobilität ausgelöst wurde. Emil Wachter hat das schon 1978 erkannt, als nur ein Bruchteil der Fahrzeuge von heute auf den Straßen unterwegs waren. Sie überfluten die Erde. Längst ist die Automobilbranche zu einer weltweiten Schlüsseltechnologie geworden.
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