Immer wieder Aufbrechen

 
Bilderwelt 028 ABK Abrahamsfries - Aufbruch 1zu5.jpg
Die Koffer sind gepackt, alle notwendigen Vorbereitungen sind getroffen, die Zeitung abbestellt, das Blumengießen organisiert. Jetzt kann es losgehen. Nach den ersten Kilometern dann die Frage, ob das Bügeleisen abgeschaltet ist. So oder ähnlich sieht mancher Aufbruch in den Urlaub aus. Wir fahren weg, um uns zu erholen. Wir tun dies in der Gewissheit, dass wir ja wieder zurück kommen werden. Deshalb ja auch die Sorge, dass alles so bleibt und in unserer Abwesenheit nichts passiert, das einen Wiedereinstieg nach dem Urlaub erschweren würde. Wenn wir in Urlaub fahren, dann gehen wir nur für eine kurze, überschaubare Zeit weg. So könnte man ja die Darstellung sehen, die am Abrahamsfries an der Ostseite der Autobahnkirche zu sehen ist. Man verlässt die gewohnte Umgebung, um etwas anderes zu sehen, sich zu bilden oder etwas Außergewöhnliches zu erleben. Da verlässt man gern die vertraute Umgebung, weil man weiß, dass man bald wieder zurück kommt. Da reicht ein Koffer, weil man ja nicht soviel braucht. Ein Aufbruch, den man kaum erwarten kann und auf den man sich freut.
Was aber ist, wenn man sein Haus und sein Dorf Hals über Kopf verlassen muss? Wenn man keine Zeit mehr hat, mehr als das unbedingt Notwendige in einen kleinen Koffer zu stopfen? Wenn ich nicht weiß, ob ich jemals wieder zurück komme? Auch das drückt diese Darstellung aus. So schnell wie möglich weg, um das Leben zu retten. Dieser Aufbruch ist schmerzhaft.
Bilderwelt 028 Lageplan.jpg
Ganz gleich warum und mit welcher Perspektive wir aufbrechen, wir brauchen Vertrauen. Die Autobahnkirche ist ein Ort, an dem sich dieses Vertrauens versichern kann oder die in den Blick zu nehmen, die voller Angst um ihr Leben unterwegs sind.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der neue Mensch

Am Johannes-Turm der Autobahnkirche wiederholt sich ein Motiv, das wir vom Noah-Turm schon kennen: Eva und Adam stehen unschuldig im Paradies, allerdings auch wieder unter einem Baum. Es ist die Illusion vom neuen Menschen, vom Neuanfang, die Emil Wachter hier beschwört. Doch die beiden Darstellungen unterscheiden sich kaum. Ob dieser Neuanfang möglich ist, bleibt abzuwarten, ganz realistisch ist er nicht, dazu ähneln sich die beiden Szenen zu sehr. Ist es möglich, dass der paradiesische Mensch entstehen kann, zurück in die Unschuld des Anfangs? Ist dieses Ideal nicht ein Selbstbetrug? Neuanfänge sind nötig, wir brauchen eine Korrektur dessen, was wir bisher getan haben. Korrektur heißt aber, dass man nicht bei Null anfängt, sondern all das, was bisher war, integriert wird. Der neue Mensch, wenn man überhaupt davon reden kann, trägt die Spuren des alten in und an sich. Der alte Mensch verschwindet nicht, er bildet das Material, für den neuen, Wir werden uns selbst nicht los. Wenn es dann im neuen Paradies auch noch Bäume gibt, dann bleibt ebenso die Versuchung bestehen, die werden wir nicht los. Im Gegenteil, es besteht so die Gefahr, dass alles von vorne anfängt, ein ewiger Kreislauf von Neuschöpfung und Schuldig-werden. Dann bleibt letzten Endes alles beim Alten, Fortschritt findet nicht wirklich statt. 
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 20.10.2026
Kontemplation
Di. 27.10.2026
Kontemplation
Di. 03.11.2026
Kontemplation
Di. 10.11.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.