Gott und Welt

Heute fragt man wohl nicht mehr wo Gott in der Welt vorkommt. Die Frage ist grundsätzlicher: Kommt Gott überhaupt in der Welt vor? Selbst gläubigen Menschen kommt ein klares Ja nicht leicht über die Lippen. Zuviel Elend und Leid ist in der Welt. Und nicht nur das. Es gibt viel Unheil, das von Menschen verursacht wird: Kriege und Gewalttaten. Terror und Ausbeutung beschäftigen uns die meiste Zeit. Die Medien sind voll davon. Kann man da noch von der Gegenwart Gottes in irgendeiner Weise sprechen?
Am Elia-Turm wird dieser Gegensatz zwischen Gott und der von Menschen gestalteten Welt thematisiert. Der Panzer mit seiner technischen Ausrüstung steht für alles, was zum Leid der Menschheit und der Erde beiträgt. Wie viel menschliche Kreativität wird dafür eingesetzt, um Leben zu zerstören und anderen Unheil zuzufügen. Wie oft wird technischer Fortschritt dafür verwendet, um Leben - und nicht nur menschliches - auszulöschen?
Über dieser weltlichen Dimension sehen wir das Dreieck mit dem göttlichen Auge. Es thront über dem, was die Menschen schaffen. Oder beschützt es gar die destruktive Schöpferkraft des Menschen? So könnte man es ja auch sehen, wäre da nicht - in die göttliche Dimension eingebettet - eine m
ahnende Hand mit dem erhobenen Finger, der zum Auge Gottes zeigt. Hier bringt sich Gott selbst ins Spiel und sorgt für den notwendigen Ausgleich. Kein Wort kehrt ohne Wirkung zurück. Und, was ich sehe, das bleibt nicht ohne Folgen. Wir sind bei allem, was wir tun, reden und denken, aufgefordert, es auch mit den Augen Gottes zu sehen. Hält es dem Urteil Gottes stand? Dient es dem Leben? So betrachtet ist Gott in allem präsent, was wir tun. Wie, das liegt dann wohl an uns.
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Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.
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