Johannes, der Prophet

Der Name Johannes taucht zweimal im Zweiten Testament auf. Zum einen als Evangelist Johannes, dem das Johannes-Evangelium zugeschrieben wird und der auch die Apokalypse die die drei Johannesbriefe verfasst haben soll. Er hat eine eigene theologische Ausrichtung und wird im Evangelium als der Jünger bezeichnet, den Jesus liebte.
Und da ist der Cousin von Jesus, der Sohn von Elisabeth und Zacharias, Johannes der Täufer. Er war ein Mensch, der entschieden für eine Botschaft der Gottesnachfolge eingetreten ist. Und er hat für diese Botschaft, ähnlich wie Jesus, mit dem Leben bezahlt.
Am Johannes-Turm findet sich eine Darstellung, die diesem außergewöhnlichen Menschen nahekommen könnte. Allein sein Gesicht spricht Bände. Ein entschiedener Blick dorthin, wo die Veränderung beginnen soll. Ein Gesicht voller Dynamik und Entschlossenheit. Ein Gesicht, das von einer Erfahrung erzählt, die dieser Johannes in der Wüste gemacht hat und die ihn zu dem gemacht hat, was er war: ein Prophet, der  dafür eintritt, dass sich der Wille Gottes durchsetzt. Johannes war von seinem Weg überzeugt und ist ihn konsequent gegangen. Er war gesetzestreu und hat Konsequenzen aus seiner Überzeugung gezogen. Vielleicht war er sogar klarer und eindeutiger als Jesus, zumindest wird das in den Evangelien so angedeutet. Johannes war ein Prophet im klassischen Sinn. Er hat keine Kompromisse geschlossen und hat versucht, eindeutig zu sein. Seine Botschaft war denkbar einfach: »Ändert euer Leben! Heute könnt ihr neu beginnen!« Johannes hat die Menschen aufgefordert, nicht nur innerlich neu zu beginnen, sondern er hat mit der Taufe auch ein äußeres Zeichen gesetzt. Wer sich auf eine neu
e Beziehung mit Gott einlässt, der braucht sich vor nichts mehr zu fürchten.  Wer sich auf eine neue Beziehung mit Gott einlässt, der ist rein und steht ohne Schuld vor Gott.  Das sind Propheten: Sie haben eine klare Botschaft, drücken diese mit einfachen Zeichen aus und stehen konsequent für das Heil der Menschen ein.
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Der neue Mensch

Am Johannes-Turm der Autobahnkirche wiederholt sich ein Motiv, das wir vom Noah-Turm schon kennen: Eva und Adam stehen unschuldig im Paradies, allerdings auch wieder unter einem Baum. Es ist die Illusion vom neuen Menschen, vom Neuanfang, die Emil Wachter hier beschwört. Doch die beiden Darstellungen unterscheiden sich kaum. Ob dieser Neuanfang möglich ist, bleibt abzuwarten, ganz realistisch ist er nicht, dazu ähneln sich die beiden Szenen zu sehr. Ist es möglich, dass der paradiesische Mensch entstehen kann, zurück in die Unschuld des Anfangs? Ist dieses Ideal nicht ein Selbstbetrug? Neuanfänge sind nötig, wir brauchen eine Korrektur dessen, was wir bisher getan haben. Korrektur heißt aber, dass man nicht bei Null anfängt, sondern all das, was bisher war, integriert wird. Der neue Mensch, wenn man überhaupt davon reden kann, trägt die Spuren des alten in und an sich. Der alte Mensch verschwindet nicht, er bildet das Material, für den neuen, Wir werden uns selbst nicht los. Wenn es dann im neuen Paradies auch noch Bäume gibt, dann bleibt ebenso die Versuchung bestehen, die werden wir nicht los. Im Gegenteil, es besteht so die Gefahr, dass alles von vorne anfängt, ein ewiger Kreislauf von Neuschöpfung und Schuldig-werden. Dann bleibt letzten Endes alles beim Alten, Fortschritt findet nicht wirklich statt. 
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