Weinstock und Kreuz

In der Bibel steht der Wein und der Weinstock mit seinen Blättern und den Trauben für die Freude am Leben, für Lebendigkeit, Glück und Wohlstand. Wer Wein trinken kann, dem geht es gut. In der christlichen Tradition wird nicht zuletzt durch das Wort Jesu aus dem 15. Kapitel des Johannesevangeliums die Verbindung zu Jesus Christus gezogen: »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, nur der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.« (Joh 15,5). Es ist ein Bild, das Wachstum und Zusammengehörigkeit ausdrückt und besonders betont, wie Trauben, Zweige und Weinstock aufeinander bezogen und angewiesen sind. Vielleicht ist das Bild vom Weinstock eines der lebendigsten, das wir für die Wirklichkeit von Kirche kennen. Es geht um Gemeinschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, um Verbindung und darin vor allem auch um Wohlergehen.
Wir finden an der Autobahnkirche ganz unterschiedliche Darstellungen von Weintrauben und -stöcken. In den Fenstern finden wir einen Weinstock, der in seinem Innersten eine Darstellung eines des Gekreuzigten und Auferstandenen trägt. Man erkennt Kopf und die ausgestreckten
Arme. Dort, wo das Herz schlägt, wo wir atmen, wo wir das Leben spüren, erkennen wir die Weintraube. Leben und Wohlergehen gehören zusammen. Im Bewusstsein, dass wir zu Jesus gehören und eine große Gemeinschaft bilden, ist die Weintraube das Zeichen für die Zusammengehörigkeit. Da, wo wir zusammen sind, dort finden wir das Glück. Eine schöne Verheißung, die aber auch eine große Aufgabe für jeden von uns ist. Denn von allein kommt das nicht.
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Weltherrschaft

Macht zu haben gehört zu den größten Versuchungen, denen wir Menschen ausgesetzt sind. Auch Jesus war davor nicht gefeit. Die dritte Versuchung in der Zeit seines Wüstenaufenthalts zeugt davon: »8 Zuletzt führte der Teufel Jesus auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt in ihrer Größe und Pracht 9 und sagte: ›Dies alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.‹ 10 Da sagte Jesus: ›Weg mit dir, Satan! In den Heiligen Schriften heißt es: 'Vor dem Herrn, deinem Gott, wirf dich nieder, ihn sollst du anbeten und niemand sonst.'‹« (Matthäus 4,8-10, Übersetzung Gute Nachricht) Jesus wehrt sich durch einen Rückgriff auf seine religiöse Tradition gegen das Ansinnen des Satans und widersteht dieser Versuchung. Er überlasst es Gott allein, allmächtig zu sein und wehrt sich gegen jeden eigenen Machtanspruch.
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