Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken.
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz. Wie konnte man sich gegen diese Legionen des Teufels wehren? Es gab eine einfach Form, um zu zeigen, dass sie keine Macht haben. Man gab ihnen eine Aufgabe, und zwar eine, die ihrem eigentlichen Daseinszweck widersprach: Sie mussten die Kirche bewachen und niedere Dienste übernehmen, wie Regenwasser abzuleiten. Wer so von Gott zur Arbeit gezwungen wird, hat keine Macht mehr über die Menschen. Und seien wir mal ehrlich, ganz vorteilhaft ist ihre Darstellung auch nicht, man macht sich über sie lustig. Das, was Angst machte, dient nun der Belustigung.
Die Gargolie in der Krypta? Sie ist arbeitslos, sie steht gelangweilt da und wartet. Lassen wir uns von ihr beeindrucken? Kann der Teufel, wenn er so auftritt, uns überhaupt erschrecken oder gar vom rechten Weg abbringen? Dieses Relief ist eine Mahnung an uns, aufzupassen, aber die Bedrohung nicht allzu ernst zu nehmen. Es ist kein Grund zum ängstlichen Wegschauen, sondern um gerade dorthin zu blicken, wo es sichtbar ist, um das Böse sofort zu erkennen, wachsam zu sein. Gerade diese Gargolie in der Krypta wird oft übersehen, sie ist gut versteckt. Also: Obacht!
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz. Wie konnte man sich gegen diese Legionen des Teufels wehren? Es gab eine einfach Form, um zu zeigen, dass sie keine Macht haben. Man gab ihnen eine Aufgabe, und zwar eine, die ihrem eigentlichen Daseinszweck widersprach: Sie mussten die Kirche bewachen und niedere Dienste übernehmen, wie Regenwasser abzuleiten. Wer so von Gott zur Arbeit gezwungen wird, hat keine Macht mehr über die Menschen. Und seien wir mal ehrlich, ganz vorteilhaft ist ihre Darstellung auch nicht, man macht sich über sie lustig. Das, was Angst machte, dient nun der Belustigung.
Die Gargolie in der Krypta? Sie ist arbeitslos, sie steht gelangweilt da und wartet. Lassen wir uns von ihr beeindrucken? Kann der Teufel, wenn er so auftritt, uns überhaupt erschrecken oder gar vom rechten Weg abbringen? Dieses Relief ist eine Mahnung an uns, aufzupassen, aber die Bedrohung nicht allzu ernst zu nehmen. Es ist kein Grund zum ängstlichen Wegschauen, sondern um gerade dorthin zu blicken, wo es sichtbar ist, um das Böse sofort zu erkennen, wachsam zu sein. Gerade diese Gargolie in der Krypta wird oft übersehen, sie ist gut versteckt. Also: Obacht!













