Rundumversorgung

Hier ist eines der wenigen Bilder ohne einen direkten biblischen Bezug an der Autobahnkirche. Im besten Fall kann man von einem symbolischen Bezug reden zu einem Zustand, den man am besten mit »Schlaraffenland« umschreiben kann. Man stelle sich vor, wenn Bären in Nordeuropa und -amerika zur Zeit der Lachswanderung an den Wasserfällen sitzen und ohne große Mühe Fische im Überfluss fangen können. Zumindest für eine kurze Zeit ist für reichlich Nahrung gesorgt. Das Angebot ist größer, als im Augenblick gebraucht wird. Ja, das ist eine Definition von Paradies, dass man sich um die tägliche Nahrung nicht kümmern muss. Für die Menschen in biblischen Zeiten eine Vorstellung, die sehr reale Züge hatte. Wie oft wurde die Ernte durch Kriege zerstört, wie oft haben Dürren oder Unwetter die gesamte Ernte vernichtet. Das Versprechen, in ein Land ziehen zu können, in dem Milch und Honig fließen, in dem Grundlebensmittel und Konsumgüter in ausreichender Menge vorhanden sind. Für dieses Versprechen nimmt das Volk Israel eine vierzigjährige Wüstenwanderung auf sich, um endlich dieses Land in Besitz nehmen zu können.
Natürlich ist diese Aussicht verlockend, wenn man sich keine Sorge um die tägliche Nahrung machen muss. Mit dem Erwerb dieses Landes ist bei weitem nicht getan. Wenn man das Land in Besitz genommen hat, in der Regel von den Vorbesitzenden, ist die erste Sorge, wie man sich dieses wertvolle Stück Land bewahren kann. Recht bald finden sich andere, die auch dieser Verheißung folgen wollen. Die Inbesitznahme und der Erhalt ist mühsam und erfordert viel Aufmerksamkeit. Ein Land, in dem Milch und Honig fließen, ist ein Versprechen, das sehr nahe an eine Utopie herankommt. Rundumversorgung ist nicht so einfach zu haben. Und sie ist nicht selbstverständlich. Wenn man in diesem Zustand lebt, dann ist man privilegiert und muss verantwortungsvoll mit diesem Geschenk umgehen. Denn es ist nichts anderes als ein Geschenk. Aber die Utopie ist notwendig, warum hätte sich denn sonst das Volk Israel auf den Weg gemacht ohne eine wenn auch nicht sehr realistische Vision? Diese brauchen sie, um aufzubrechen. Sie müssen auch viel Mühe darauf verwenden, denn dieser Schatz ist bedroht, eine Rundumversorgung ruft Neider auf den Plan!
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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