Mach's wie Gott, werde Mensch

An Weihnachten feiern wir eines der größten Geheimnisse das Religionen und besonders das Christentum kennen. Wie kann es sein, dass Gott Mensch wird? Genaugenommen sind beide Gott und Mensch nicht kompatibel, sie gehören verschiedenen Welten und verschiedenen Seinsweisen an. Und doch wird verkündet - und das mit gutem Grund, - dass Gott Mensch werden kann. Das ist nicht nur im Christentum der Fall, sondern auch andere Religionen kennen den Vorgang, dass Götter menschliche Gestalt annehmen und unter den Menschen wandeln. Das ist allerdings mit der christlichen Aussage nicht gemeint, dass Gott Mensch wird. Gott nimmt in Jesus nicht nur menschliche Gestalt an, sondern er wird Mensch mit allen menschlichen Eigenschaften, menschlichem Wesen und menschlicher Lebensart. In Jesus sind beide Eigenschaften da, wie es im Glaubensbekenntnis heißt: »Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesen mit dem Vater, ... hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.« Wie das geschehen ist, können wir nicht verstehen, es ist wohl vorauszusetzen, dass es so ist. Wir können uns Gedanken darüber machen, welche Konsequenzen das für unser Leben hat.
Franz Kamphaus, der verstorbene ehemalige Bischof von Limburg, hat einem seiner Bücher den Titel gegeben: »Mach's wie Gott und werde Mensch«. Dieser Buchtitel nimmt vorweg, was für uns die wichtigste Konsequenz ist, die wir aus der Glaubensaussage praktisch ziehen können. Alles, was wir mit Mensch-Sein verbinden, können wir für uns in Anspruch nehmen. 
Wenn Gott Mensch geworden ist, mit Haut und Haaren, mit allem, was es ausmacht, dann können wir damit wirklich Ernst machen und zu den Menschen werden, als die wir gedacht sind. Wenn Gott Mensch geworden ist, dann haben wir einen Maßstab für das, was wir unter Menschlichkeit verstehen sollen. Wir sehen uns und unsere Mitmenschen aus der Perspektive Gottes an. Selbstverständlich ist da viel Interpretationsspielraum, aber die göttliche Perspektive hilft uns da schon mal weiter. Wir haben dann noch etwas Arbeit vor uns, wenn wir zu Menschen aus göttlicher Perspektive heraus werden.
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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