Mut statt Verzagtheit, Be- statt Entgeisterung

24.05.2026 | Erzbischof Burger predigt zu Pfingsten im Freiburger Münster über die verändernde Kraft des Heiligen Geistes

Freiburg. In seiner Predigt am Pfingstsonntag (24. Mai) hat Freiburgs Erzbischof Stephan Burger den Gläubigen das Wirken des Heiligen Geistes verdeutlicht. Seine Gaben hätten die Kraft, Menschen zu verwandeln. Seine Symbole seien Sturm und Feuer. Diese Elemente können große Verwüstung anrichten, wo sie unkontrolliert losbrechen. Doch im Pfingstereignis bewirkten sie das genaue Gegenteil, sagte er im Freiburger Münster: „Dieses Brausen, diese Feuerzungen bringen nicht die Zerstörung, sondern das Leben.“
 
Mut und Kraft, die Stärke des Neuanfangs, nicht Entgeisterung, sondern Begeisterung bringe der Heilige Geist hervor. Das Pfingstereignis durchbreche den Kreislauf von Werden und Sterben, „weil nach dem Sterben, nach der Asche nur noch das Blühen, das Leben in der Gemeinschaft und Gegenwart Gottes steht“. Der Heilige Geist wirke, „indem er das Böse durchbricht, auslöscht, tilgt“. Er lasse „aus der Asche der Angst und Verzagtheit, aus der Asche von Sünde und Schuld das Feuer hervorgehen“, das einen Neuanfang ermögliche. Dieser Geist sei „eine göttliche Störung“, die die eigenen Gewohnheiten und Denkweisen sowie versteckte Egoismen auf den Prüfstand stelle.
 
Der Erzbischof bedauerte, dass mehr und mehr Menschen „aufgegeben haben, sich an Gott rückzubinden, sich dafür aber durch alternative Heilsbringer stärker verunsichern und polarisieren lassen“. Im Unterschied dazu stelle er bezüglich der „Kirchenentwicklung 2030“ fest, wie die vom Heiligen Geist bewirkte Zuversicht und das Vertrauen in den neu geschaffenen Pfarreien im Miteinander der Gläubigen stärker werde. In diesem Geist könne die Kirche ihren Auftrag erfüllen: Glaubensverkündigung, Versöhnung und Frieden.

Pfingstaktion von Renovabis

An Pfingsten findet in allen katholischen Kirchen in Deutschland die Renovabis-Kollekte statt. Sie ist eine wichtige Säule zur Unterstützung der Partner in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Mit dem Leitwort „zusammen_wachsen. damit Europa menschlich bleibt“ greift Renovabis in der Pfingstaktion 2026 die wachsende Polarisierung und Zerrissenheit in Europa auf – in den Partnerländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas ebenso wie in Deutschland und anderen westeuropäischen Staaten.
 
Spenden können auch online an das Osteuropa-Hilfswerk über: www.renovabis.de/pfingstspende oder per Banküberweisung an die LIGA Bank eG, Stichwort: „Pfingstspende“, IBAN: DE24 7509 0300 0002 2117 77, BIC: GENODEF1M05, getätigt werden.

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Der Schriftgelehrte

 
So sehen Menschen aus, die von sich überzeugt sind. Profiliert, mit einem ausdrucksstarken Gesicht, ihre Standfestigkeit und Meinungsstärke ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Um wen es sich handelt, ist nicht erkennbar, aber es muss ein führender Vertreter seines Volkes sein, einer, der Bescheid weiß und der etwas zu sagen hat. Seine Haartracht lässt auf einen besonderen Berufsstand schließen, er ist mit all seiner Autorität sichtbar für seine Mitmenschen. Er ist aus der Masse hervorgehoben. Es könnte ein Schriftgelehrter sein, wie sie in der Heiligen Schrift öfters beschrieben werden. 
Er ist ein Vertreter der vorherrschenden Religion. Natürlich hat er Einfluss und kennt seine Rechte und Pflichten. Er kennt sie so gut, dass er sie anderen vorschreiben und deren Einhaltung kontrollieren kann. Er ist gebildet, er kann lesen und schreiben, was ihn zu der damaligen Zeit schon aus der Masse hervorhebt. Er macht alles richtig und sieht sich selbst über allen anderen Menschen stehen. Er tritt arrogant und selbstzufrieden auf, er hat die Erlösung schon so gut wie sicher in der Tasche, weil er die Gebote kennt und buchstabengetreu befolgt. 
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